Eigenh. Postkarte mit U. "Peter Gast". Nietzsche - Gast, Peter (d. i. Heinrich Köselitz), Komponist (1854-1918). 01_Autographen - MUSIK
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Weimar, 21. XI. 1904, 1 Seite. Mit Adresse. An den Nietzsche-Forscher Richard Oehler (1878-1948) in Halle: "[.] Das ist ja fabelhaft, was Ihre Gelehrsamkeit und Findigkeit da aus der Meerestiefe einer längst verströmten Zeit heraufgeholt hat! Ich sehe die Kerle mit langen Pfeifen leibhaftig vor mir. Der Eisenhuth, an dessen Identität Sie zweifeln, weil er nicht gerade Theologe ist, kann trotzdem gar wohl stimmen. N[ietzsche]s Urgroßvater war ja Accisinspektor und so kann unter den Freunden seines Sohnes auch der Sohn eines Kollegen gewesen sein, der der Juristerei oder dem Finanzfach sich widmete (- wie z. B. der auf S. 10 der Biogr. angeführte Weise wahrscheinl. Chr. Felix Weisse (1726-1804) ist, der seit 1761 Kreissteuereinnehmer in Leipzig war). - Haben Sie für all die grosse grosse Mühe herzlichsten Dank! Ich mache mir wirklich ein Gewissen daraus, Sie mit dergl. Nachforschungen von gewiss viel schöneren Dingen abzuhalten, bitte Sie daher, alle Bemühungen in dieser Richtung einzustellen und den Maffau (oder wie Sie, sicher mit Recht, vermuthen, den italianisirenden Maffei) auf sich beruhen zu lassen. Ihr Buch ['Friedrich Nietzsche und die Vorsokratiker'] habe ich mit tiefem Antheil gelesen und Sie in Allem, zumal in ihrem Gerechtigkeitssinn und der herrlichen klaren Sprache aufs freudigste bewundert. Ich setze große Erwartungen in Sie [.]" - Gast studierte Musik am Leipziger Konservatorium, seit 1873 Philologie, Philosophie und Kulturgeschichte an der Univ. Basel, u. a. bei Friedrich Nietzsche, mit dem er auch befreundet war. Gast pflegte Nietzsche bis zu dessen Tod 1900, richtete anschließend das Weimarer Nietzsche-Archiv ein und arbeitete dort bis 1910. Gewicht (Gramm): 20
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